Trockenbau & Innenausbau

Trockenbau-Material: Was Sie wirklich brauchen – mit Mengen

11.10.2026 6 Min. Lesezeit

Warum eine Liste und nicht nur Platten

Warum eine Liste und nicht nur Platten

Wer eine Trockenbauwand plant, denkt zuerst an Platten und Profile. Das sind aber nur zwei von rund zehn Positionen – und die vergessenen Posten sind es, die mitten im Projekt eine zweite Fahrt zum Baustoffhandel erzwingen.

Diese Liste ist nach Arbeitsschritten sortiert, mit Mengenangaben, die sich auf einen Quadratmeter fertige Wandfläche beziehen. Sie gilt für den Regelfall: einfach beplankte Ständerwand, Profilraster 62,5 cm, 12,5-mm-Platten beidseitig.

Zwei Hinweise vorweg:

  • Verschnitt einrechnen. Bei Platten etwa 10 %, bei Profilen 5 bis 10 %. Ein Raum mit Schrägen oder vielen Öffnungen liegt darüber.
  • Beidseitig heißt doppelt. Ein Quadratmeter Wand verbraucht zwei Quadratmeter Platten – bei doppelter Beplankung vier.

Unterkonstruktion

UW-Profile (Randprofile, Boden und Decke): rund 0,8 lfm pro m² Wandfläche. Breite passend zur gewünschten Wandstärke – üblich sind 50, 75 und 100 mm.

CW-Profile (senkrechte Ständer): rund 1,6 lfm pro m² bei einem Raster von 62,5 cm. Länge etwa 1 cm unter Raumhöhe.

UA-Profile (verstärkte Ständer): nur an Türöffnungen, je Öffnung zwei Stück plus Verankerungswinkel. Dieser Posten fehlt auf den meisten selbst geschriebenen Listen.

Anschlussdichtband: ein laufender Meter pro laufendem Meter Randprofil – also auch rund 0,8 lfm pro m². Kostet wenig, entscheidet aber über den Schallschutz. Ohne das Band hört man später jeden Schritt nebenan.

Befestigungsmittel für die Randprofile: Dübel und Schrauben im Abstand von etwa 80 cm, passend zum Untergrund – Beton, Altbau-Ziegel und Holz verlangen jeweils andere.

Beplankung und Schrauben

Gipskartonplatten: 2 m² pro m² Wand bei einfacher Beplankung, 4 m² bei doppelter – jeweils plus 10 % Verschnitt. Welche Platte wohin gehört, steht in Rigipsplatten: Arten, Maße und Einsatzbereiche.

Schnellbauschrauben: etwa 30 Stück pro m² bei einfacher Beplankung. Die Länge richtet sich nach dem Aufbau:

  • 25 mm für einlagige Beplankung mit 12,5-mm-Platte
  • 35 mm für die zweite Lage
  • Feingewinde für Metallprofile, Grobgewinde für Holzunterkonstruktion – diese Verwechslung passiert häufig

Dämmung: 1 m² pro m² Wandfläche, Dicke passend zum Profil. Sie gehört in jede Wand, auch wenn kein besonderer Schallschutz gefordert ist – der Hohlraum würde sonst als Resonanzraum wirken.

Spachteln und Oberfläche

Fugenspachtel: rund 0,4 bis 0,6 kg pro m², wenn nur die Fugen und Schraubenköpfe gefüllt werden (Q2). Für eine flächige Q3-Spachtelung eher 1,2 bis 1,8 kg pro m².

Bewehrungsstreifen: etwa 2,2 lfm pro m². Entweder Papierstreifen oder selbstklebendes Gewebe – ohne sie reißen die Fugen nach der ersten Heizperiode zuverlässig.

Kantenschutzprofile: laufende Meter aller Außenecken. Ein weiterer Posten, der gern vergessen wird – eine ungeschützte Gipskartonkante hält keinem Staubsaugerstoß stand.

Schleifmittel: Schleifgitter oder -schwämme, Körnung 120 bis 180.

Grundierung: etwa 0,1 bis 0,15 l pro m². Gipskarton und Spachtelmasse saugen unterschiedlich stark; ohne Grundierung trocknet der erste Anstrich fleckig auf. Der Posten kostet wenig und wird trotzdem am häufigsten übersehen.

Was danach kommt, beschreibt unsere Leistungsseite Spachtel- und Putzarbeiten.

Werkzeug

Was ohne Alternative gebraucht wird:

  • Schnellbauschrauber mit Tiefenanschlag. Ein normaler Akkuschrauber dreht die Köpfe zu tief ein – dann hält die Schraube nicht mehr im Karton.
  • Blechschere für die Profile.
  • Cuttermesser mit vielen Ersatzklingen – Gipskarton wird angeritzt und gebrochen, nicht durchgesägt.
  • Kantenhobel oder Raspel, um Schnittkanten anzufasen.
  • Rotationslaser oder Wasserwaage plus Lot.
  • Spachtelsatz in mehreren Breiten, Glättkelle.
  • Plattenheber, sobald an der Decke gearbeitet wird – eine 2,60-m-Platte wiegt rund 30 kg.

Selbst machen oder machen lassen?

Eine ehrliche Rechnung: Das Material für eine Trennwand von 10 m² liegt – je nach Aufbau – marktüblich bei etwa 150 bis 300 €. Dieselbe Wand fertig gespachtelt kostet etwa 500 bis 750 €.

Die Differenz ist Arbeitszeit, und die ist im Trockenbau ungleich verteilt: Die Konstruktion geht schnell und ist gut erlernbar. Das Spachteln dagegen entscheidet über das Ergebnis und braucht Übung – eine Wand mit welligen Fugen fällt im Streiflicht sofort auf und lässt sich nur durch Nachspachteln der gesamten Fläche retten.

Unsere Erfahrung: Wer handwerklich geübt ist, baut die Konstruktion gut selbst. Die Oberfläche ist der Punkt, an dem sich der Fachbetrieb rechnet – gerade dann, wenn später ein glatter Anstrich darauf soll.

Hinweis zu den Preisangaben

Alle genannten Zahlen sind Orientierungswerte und Marktdurchschnitte – sie stellen kein Angebot dar und sind für uns nicht bindend. Stand: Oktober 2026.

Was Ihr Vorhaben tatsächlich kostet, hängt von Fläche, Raumhöhe, Untergrund und gewünschter Oberflächengüte ab. Den genauen Preis nennen wir Ihnen nach einer kostenlosen Besichtigung als Festpreis – 030 544 654 74, WhatsApp oder E-Mail.

Wir arbeiten in ganz Berlin und im Brandenburger Umland – von Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain über Steglitz, Neukölln und Spandau bis Potsdam, Falkensee, Bernau und Oranienburg. Einen Ausschnitt abgeschlossener Arbeiten finden Sie unter Referenzen.

Die vergessenen Posten

Anschlussdichtband

Kostet wenig, entscheidet über den Schallschutz.

UA-Profile

Nur an Türen – und fast immer vergessen.

Kantenschutz

Jede Außenecke braucht ein Profil.

Grundierung

Ohne sie trocknet der erste Anstrich fleckig.

Häufige Fehler beim Einkauf

  • Platten einfach statt doppelt gerechnet. Ein Quadratmeter Wand verbraucht zwei Quadratmeter Platten.
  • Grob- und Feingewinde verwechselt. Feingewinde gehört ins Metallprofil, Grobgewinde ins Holz.
  • Akkuschrauber ohne Tiefenanschlag benutzt. Die Köpfe reißen durch den Karton, die Schraube hält nicht.
  • Bewehrungsstreifen gespart. Die Fugen reißen nach der ersten Heizperiode.
  • Ohne Verschnittzuschlag kalkuliert. Bei Platten 10 %, bei Schrägen und vielen Öffnungen mehr.

Häufige Fragen zum Material

Bei einem Raster von 62,5 Zentimetern rund 1,6 laufende Meter CW-Profil und etwa 0,8 laufende Meter UW-Randprofil pro Quadratmeter Wandfläche, jeweils plus fünf bis zehn Prozent Verschnitt. An Türöffnungen kommen je zwei verstärkte UA-Profile dazu.
Etwa 30 Schnellbauschrauben pro Quadratmeter bei einfacher Beplankung. Für die erste Lage mit 12,5-Millimeter-Platte sind 25 Millimeter lang genug, für die zweite Lage 35 Millimeter. Feingewinde gehört ins Metallprofil, Grobgewinde in eine Holzunterkonstruktion.
Für Q2, also Fugen und Schraubenköpfe, etwa 0,4 bis 0,6 Kilogramm pro Quadratmeter. Wird flächig in Q3 gespachtelt, sind es eher 1,2 bis 1,8 Kilogramm. Dazu kommen rund 2,2 laufende Meter Bewehrungsstreifen pro Quadratmeter.
Ja. Gipskarton und Spachtelmasse saugen unterschiedlich stark; ohne Grundierung zieht die erste Farbschicht ungleichmäßig ein und die Fläche trocknet fleckig auf. Der Verbrauch liegt bei etwa 0,1 bis 0,15 Liter pro Quadratmeter – ein kleiner Posten mit großer Wirkung.
Je nach Aufbau marktüblich etwa 150 bis 300 Euro. Dieselbe Wand fertig gespachtelt von einem Fachbetrieb liegt bei rund 500 bis 750 Euro – die Differenz ist im Wesentlichen Arbeitszeit, und davon entfällt der größere Teil auf das Spachteln.
Vier Posten: das Anschlussdichtband unter den Randprofilen, die verstärkten UA-Profile an Türöffnungen, die Kantenschutzprofile für Außenecken und die Grundierung vor dem Anstrich. Alle vier sind günstig – und alle vier fallen später auf, wenn sie fehlen.

Lieber gleich fertig gespachtelt?

Konstruktion, Oberfläche und Anstrich aus einer Hand.

Sie sparen sich Einkauf, Verschnitt, Werkzeug und die zweite Fahrt zum Baustoffhandel. Wir bringen alles mit und übergeben die Wand streichfertig oder fertig gestrichen – zum Festpreis.

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