Welche Farbe gehört in welchen Raum?

Im Baumarkt stehen dreißig Eimer nebeneinander, die alle „weiß" sind und sich im Preis um den Faktor fünf unterscheiden. Der Unterschied steckt nicht im Farbton, sondern in drei technischen Kennwerten, die auf jedem Eimer stehen.
Nassabriebklasse: Wie oft darf gewischt werden?
Die Nassabriebklasse nach DIN EN 13300 geht von 1 (sehr scheuerbeständig) bis 5 (nicht wischbeständig).
- Klasse 1–2: Flure, Treppenhäuser, Küchen, Kinderzimmer – überall dort, wo Wände regelmäßig gereinigt werden.
- Klasse 3: normale Wohnräume und Schlafzimmer.
- Klasse 4–5: Decken und selten berührte Flächen.
Günstige Baumarktfarben liegen fast immer in Klasse 4 oder 5. In einem Flur mit Kindern und Fahrrädern ist das die falsche Wahl.
Deckvermögen: Wie oft muss gestrichen werden?
Das Deckvermögen wird in Klassen 1 bis 4 angegeben, wobei 1 das beste ist. Eine Farbe der Klasse 1 deckt bei der angegebenen Ergiebigkeit in einem Anstrich. Eine Klasse-3-Farbe braucht drei Durchgänge – dann ist die vermeintlich günstige Farbe in Summe teurer als die hochwertige, und Sie haben zwei zusätzliche Arbeitstage.
Glanzgrad: matt, seidenmatt oder glänzend?
Je matter eine Farbe, desto besser kaschiert sie Unebenheiten. Je glänzender, desto strapazierfähiger und abwaschbarer – aber desto gnadenloser zeigt sie jede Delle im Putz. Deshalb gilt: Glänzende Wandfarben nur auf Q3- oder Q4-Untergründen einsetzen.
Empfehlung nach Raum
- Wohn- und Schlafzimmer: matte Dispersionsfarbe, Nassabrieb 3, emissionsarm.
- Küche: Nassabrieb 1–2, seidenmatt, fettlösbar.
- Bad: feuchtraumgeeignet, schimmelhemmend, gute Diffusionsfähigkeit.
- Flur und Treppenhaus: Nassabrieb 1, seidenmatt – hier zahlt sich Qualität am schnellsten aus.
- Kinderzimmer: emissionsarm und schadstoffgeprüft, gut abwaschbar.
- Decken: stumpfmatte Deckenfarbe, spritzarm.