Kosten & Planung

Was kostet es, eine Wohnung streichen zu lassen?

11.08.2026 3 Min. Lesezeit

Was kostet es, eine Wohnung streichen zu lassen?

Was kostet es, eine Wohnung streichen zu lassen?

„Was kostet es, meine Wohnung streichen zu lassen?" ist die häufigste Frage, die uns erreicht – und die einzige, die sich am Telefon nicht seriös beantworten lässt. Trotzdem können Sie sich an belastbaren Größenordnungen orientieren, wenn Sie wissen, welche Faktoren den Preis bestimmen.

Preis pro Quadratmeter – und warum die Zahl täuscht

Malerbetriebe rechnen nicht nach Wohnfläche, sondern nach bearbeiteter Fläche. Eine 60-m²-Wohnung hat je nach Raumzuschnitt und Deckenhöhe zwischen 150 und 220 m² Wand- und Deckenfläche. Wer Ihnen einen Preis „pro m² Wohnung" nennt, rechnet mit einem Pauschalfaktor – das kann passen, muss aber nicht.

Als grobe Orientierung für einen zweifachen Anstrich auf vorbereitetem Untergrund: etwa 8 bis 14 Euro pro Quadratmeter Wand- und Deckenfläche. Spachtelarbeiten, Grundierung, farbige Untergründe und Lackierarbeiten kommen separat hinzu.

Diese sechs Faktoren treiben den Preis

  1. Zustand des Untergrunds. Dübellöcher, Risse und alte Kleisterreste bedeuten Spachtel- und Schleifarbeit – oft der größte Einzelposten.
  2. Farbe des Untergrunds. Eine dunkelblaue Wand weiß zu überstreichen kostet einen zusätzlichen Arbeitsgang plus Sperrgrundierung.
  3. Möbliert oder leer. Räumen, Abrücken und Abdecken kosten Zeit. Eine leere Wohnung ist spürbar günstiger.
  4. Deckenhöhe. Ab etwa 3 Metern – im Berliner Altbau die Regel – wird Gerüst oder Fahrgerüst nötig.
  5. Qualitätsstufe der Oberfläche. Q2 für Raufaser ist Standard, Q4 für glänzende Farben kostet ein Vielfaches.
  6. Zusatzleistungen. Türen, Zargen, Heizkörper und Fensterrahmen sind Lackierarbeiten und nicht im Wandpreis enthalten.

Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen

Ein belastbares Angebot entsteht nach einer Besichtigung, nicht nach einem Telefonat. Es weist Positionen getrennt aus – Vorarbeiten, Grundierung, Anstrich, Lackierarbeiten – statt eine einzige Pauschalsumme zu nennen. Es benennt das verwendete Produkt oder zumindest die Farbqualität. Und es enthält einen konkreten Ausführungszeitraum.

Vorsicht bei Angeboten, die deutlich unter dem Marktniveau liegen: In aller Regel fehlen dort die Vorarbeiten, und die werden während der Ausführung nachberechnet.

Wo sich Sparen lohnt – und wo nicht

Sinnvoll sparen können Sie, indem Sie die Wohnung vor Beginn vollständig leerräumen, Bilder und Dübel selbst entfernen und Arbeiten bündeln, statt sie über Monate zu verteilen. Nicht sparen sollten Sie an der Untergrundvorbereitung: Ein Anstrich auf ungespachteltem oder saugendem Untergrund sieht nach zwei Jahren aus wie vorher – und muss dann komplett wiederholt werden.

Häufige Fragen zu den Kosten

Bei einem einzelnen Raum in gutem Zustand durchaus. Sobald Spachtelarbeiten, hohe Decken oder farbige Untergründe ins Spiel kommen, ist der Zeitaufwand für Laien erfahrungsgemäß drei- bis viermal so hoch – bei sichtbar anderem Ergebnis.
Nur wenn eine wirksame Vereinbarung im Mietvertrag besteht. Starre Fristenpläne ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Zustand hat der Bundesgerichtshof für unwirksam erklärt. Prüfen Sie Ihren Vertrag, bevor Sie beauftragen.
Leer und in gutem Zustand meist zwei bis drei Arbeitstage. Mit Spachtelarbeiten und Lackierarbeiten an Türen und Heizkörpern eher vier bis fünf.

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