Schimmel an der Wand – was wirklich hilft

Dunkle Flecken in der Zimmerecke, ein muffiger Geruch hinter dem Schrank: Schimmel ist in Berliner Altbauten ein Dauerthema. Der häufigste Fehler ist, ihn zu überstreichen. Nach wenigen Wochen ist er zurück – denn die Ursache liegt nie in der Farbe.
Die vier häufigsten Ursachen
- Wärmebrücken. An Außenecken, Fensterlaibungen und Rollladenkästen ist die Wandoberfläche kälter. Dort kondensiert Luftfeuchtigkeit zuerst.
- Zu wenig Luftaustausch. Ein Vier-Personen-Haushalt gibt täglich rund zehn Liter Wasser an die Raumluft ab. Ohne Stoßlüften bleibt sie im Raum.
- Möbel an Außenwänden. Ein Schrank ohne Abstand zur kalten Außenwand erzeugt genau dort eine Zone, in der die Luft nicht zirkuliert.
- Bauschäden. Undichte Leitungen, aufsteigende Feuchte im Sockel oder eine defekte Fassadenabdichtung – hier hilft kein Lüftungsverhalten.
Richtig lüften – konkret
Drei- bis viermal täglich fünf bis zehn Minuten Querlüften mit weit geöffneten Fenstern tauscht die Luft vollständig aus. Ein dauerhaft gekipptes Fenster tut das nicht: Es kühlt die Laibung aus und schafft damit genau die kalte Fläche, an der sich Feuchtigkeit niederschlägt. Nach dem Duschen und Kochen sollte sofort gelüftet werden.
Wann Eigenleistung reicht
Bei einem kleinen, oberflächlichen Fleck – Faustregel: unter einem halben Quadratmeter – und wenn die Ursache klar erkannt und beseitigt ist, können Sie die Stelle selbst behandeln. Tragen Sie dabei Handschuhe und FFP2-Maske und arbeiten Sie bei geöffnetem Fenster.
Bei größeren Flächen, wiederkehrendem Befall oder wenn der Pilz im Putz sitzt, gehört die Sanierung in Fachhände. Unsachgemäßes Abbürsten verteilt Sporen in der gesamten Wohnung.
So läuft eine fachgerechte Sanierung ab
Ursachenklärung und Feuchtemessung, Abschottung des Bereichs, Entfernen und fachgerechtes Entsorgen der befallenen Schichten, Behandlung und Trocknung des Untergrunds, anschließend Neuaufbau mit mineralischen, stark alkalischen Systemen. Bei Wärmebrücken kommen zusätzlich Klimaplatten in Betracht, die die Oberflächentemperatur anheben.