Wann muss eine Fassade neu gestrichen werden?

Ein Fassadenanstrich ist keine Schönheitsmaßnahme, die man beliebig verschieben kann. Sobald die Beschichtung ihre Schutzwirkung verliert, dringt Feuchtigkeit in den Putz – und aus einem Anstrich wird eine Putzsanierung.
Fünf Warnzeichen
- Kreiden: Wenn beim Darüberstreichen mit der Hand Farbpigment abfärbt, ist das Bindemittel abgebaut.
- Algen und Grünbelag, vor allem auf Nord- und Wetterseiten.
- Haarrisse im Putz, die sich mit dem Fingernagel ertasten lassen.
- Abplatzende oder blasige Stellen – meist ein Zeichen für Feuchtigkeit hinter der Beschichtung.
- Dunkle Schlieren unter Fensterbänken, ein Hinweis auf fehlende oder defekte Tropfkanten.
Die richtige Jahreszeit
Fassadenarbeiten brauchen dauerhaft mehr als 5 °C – auch nachts – und Trockenheit während der Aushärtung. In Berlin und Brandenburg heißt das praktisch: April bis Oktober. Späte Herbsttermine sind riskant, weil frühe Nachtfröste eine noch nicht durchgehärtete Beschichtung dauerhaft schädigen.
Auch pralle Sonne ist ungünstig: Trocknet die Farbe zu schnell an, entstehen Ansätze und Farbtonunterschiede. Wir arbeiten deshalb an der jeweils schattigen Gebäudeseite.
Warum Warten teuer wird
Solange nur die Beschichtung erneuert werden muss, bleibt es bei Reinigung, Grundierung und Anstrich. Ist der Putz erst durchfeuchtet, kommen Abschlagen, Neuverputzen und Trocknungszeiten hinzu – ein Vielfaches der ursprünglichen Kosten. Der wirtschaftlich günstigste Zeitpunkt ist der, an dem die Fassade noch intakt aussieht, aber erste Warnzeichen zeigt.